|
Nabucco G.Verdi |
 |
|
Musikalische Leitung
|
Wolfgang Abendroth |
|
Inszenierung |
Nicola Glück |
|
Medienkunst: |
Thorsten Hallscheidt |
|
Solisten: |
|
|
Nabucco |
Ulf Paulsen, Bariton |
|
Abigaille |
Claudia Iten, Sopran |
|
Ismaele |
Thomas Piffka, Tenor |
|
Zaccaria |
Rolf A. Scheider, Bassbariton |
|
Fenena |
Annina Papazian, Mezzosopran |
|
Anna, Stimme von oben aus Don Carlos |
Martina Winter, Sopran |
|
Oberpriester des Baal |
Matthias Wippich, Bassbariton |
|
Abdallo |
Jens Lauterbach, Tenor |
Johanneskantorei Düsseldorf und Düsseldorfer
Kammerchor
Bochumer Symphoniker
"Nabucco zur Probe" -
Youtube-Stream
Audiodatei "Oper in der Kirche" anhören
www.opernnetz.de
www.altstadtherbst.de
Bildershow
zurück
|



|
Presse
Schwarz und weiß mit Lust
…Die Handlung kann ja durchaus als komplex
bezeichnet werden. Und man bedarf auch
profunder Kenntnisse, um ihr in der Kirche
folgen zu können. Aber manchmal ist es gar
nicht so wichtig, alles zu verstehen. Zu
viel Genuss steht auf dem Programm. Aus
nächster Nähe erleben die Besucherinnen und
Besucher die Solisten. Das differenzierte
Mienenspiel, kleine Gesten der Mimen einmal
nicht durch das Opernglas, sondern aus
nächster Nähe betrachten zu können, hat
einen besonderen Reiz. … …ist es Regisseurin
Nicola Glück anzurechnen, dass pointierte
Einfälle ihre Wirkung nicht verfehlen.
Spätestens, wenn der Gefangenenchor die
Kirche verlässt und dabei von einer Kamera
begleitet wird – was der Zuschauer
verschwommen auf der Gardine vor dem Altar
verfolgen kann – hat sich der multimediale
Einsatz gelohnt … … Wenn Ulf Paulsen als
Nabucco allmählich dem Wahnsinn verfällt,
geschieht das nicht monoton in a-moll,
sondern in einer wunderbar differenzierenden
Bassbariton-Spirale. Paulsen spielt den
Nabucco nicht, er durchlebt ihn …während
sich Bassbariton Rolf A. Scheider dem
Nabucco als ebenbürtig erweist …
Der gesamte Kirchenraum wird in das Erlebnis
eingebunden. … … die durch ihre Spiel- und
Sangesfreude glänzt. Selbst die eingebauten
Kinderszenen werden von den Kindern mit
begeisterter Ernsthaftigkeit aufgeführt, und
wenn die neunjährige Julia mit dem Fuß
aufstampft und ihren Schmollmund zieht, ist
das Publikum hingerissen. … Bis hierhin eine
brillante Aufführung. Was aber die Zuschauer
daraus machen, ist überwältigend.
„Sensationell, atemberaubend, genial“, tönt
es schon in der Pause. Am Ende sind
Szenenapplaus und gemessen zehnminütige
standing ovations das Ergebnis des Abends.
An diesen Abend werden sich wohl alle
Beteiligten noch lange mit ein ganz klein
wenig Glück im Herzen erinnern.
Opernnetz, 07.09.2010
Nabuccos Auswärtsspiel im Gotteshaus
… Geschickt wählt Regisseurin Nicola Glück
ein minimalistisches Schwarz-Weiß-Dekor und
eine zeitlose Ebene für die Gefangennahme
der Hebräer durch Nabucco. Der Potentat im
schwarzen Ledermantel und Stiefeln, seine
machtgeile Tochter Abigaille in glitzernder
Staatsrobe. Aus verletztem Stolz mutiert sie
zur zornigen Furie… Ein Familiendrama, das
für die Hebräer nach dem Einsturz des
babylonischen Götzenbildes in ein Happy End
mündet. Eindrucksvoll, aber seltsam wirkt
es, wenn die bekehrte Abigaille direkt unter
dem Kruzifix das Hohelied auf den jüdischen
Gott Jehova singt…. (Anm. der Regisseurin:
Abigaille bittet mit ihrem Gesang Jehova um
Verzeihung -non maledire a me- dann folgt
aber ein Einschub der Stimme von Oben aus
dem Autodafé in Verdis Oper Don Carlos –Vola
al Ciel-, das eben die Vergebung des neuen
Testamentes verheißt, wo die Oper eigentlich
unversöhnlich schließt.) …Jubel, Ovationen.
WZ, 06092010
Visionär: „Nabucco“ in der
Johanneskirche“
Hautnah, beklemmend, visionär – das mögen
taugliche Vokabeln sein, die Aufführung von
Giuseppe Verdis „Nabucco“ in der
Johanneskirche zu beschreiben. Man saß bei
diesem Auftakt zum „Altstadtherbst“ ja
wirklich mitten im geschehen, geradezu
umzingelt von Musik, Bewegung und Licht. …
Der Schlussbeifall nahm Dimensionen der
Veroneser Arena an.
Rheinische Post, 07.09.2010
Nebukadnezar in der Kirche
… Im Altarraum, direkt vor dem Jesus-Kreuz,
inszeniert Nicola Glück die vorchristliche
Tragödie mit Happy End. … Wenn am Ende die
Unheil stiftende Königstochter Abigaille
besiegt wird, und den jüdischen Gott Jehova
direkt unter dem Kruzifix anbetet, so mag
das Opernfans und gläubige Christen zunächst
irritieren. (Anm. der Regisseurin: Abigaille
bittet mit ihrem Gesang Jehova um Verzeihung
-non maledire a me- dann folgt aber ein
Einschub der Stimme von Oben aus dem
Autodafé in Verdis Oper Don Carlos –Vola al
Ciel-, das eben die Vergebung des neuen
Testamentes verheißt, wo die Oper eigentlich
unversöhnlich schließt.)
Doch die Regisseurin verlegt die Handlung
des Repertoireschlagers nicht in eine
bestimmte Zeit und verzichtet auf politische
Anspielungen und Ben-Hur-Ästhetik, sondern
erzählt eine Parabel von Gut und Böse…
NRZ, 06.09.2010
zurück
|
|